Wie ich wurde, was ich bin
HP Stephan Niederwieser

Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde. Die alternativen Heilweisen wurden mir sozusagen in die Wiege gelegt. Mein Großvater mütterlicherseits beschäftigte sich mit der Astrologie und der weißen Magie, meine Mutter weiß über Rudolf Steiner ebenso Bescheid wie über den Buddhismus und die Aura Soma-Therapie.
Bevor mich ein Freund in Amerika mit der Hakomi-Therapie bekannt machte (körperzentrierte Psychotherapie), lernte ich Shiatsu, Fußreflexzonenmassage und Irisdiagnose in New York, las so ziemlich alles, was damals über Makrobiotik (fernöstliche Ernährungsphilosophie) und andere Ernährungskonzepte geschrieben wurde.
Hakomi: Wer bist du?

Während der Ausbildung in München. Um Hakomi ausüben zu dürfen, brauchte ich eine Lizenz zum Heilen; der Heilpraktikerschein mußte her. Ich lernte alles über Mitochondrien, Stinknase und Fußpilz und legte am Münchner Gesundheitsamt die Prüfung ab (s.o.) das ging nicht ganz so schnell, wie ich das hier beschreibe. Nachdem ich lange Zeit nur Symptome von Krankheiten gelernt hatte, ging ich in den nächsten Buchladen und kaufte mehr oder minder wahllos Bücher über Gesundheit. Die Homöopathie tat es mir so an, daß ich mich gleich in die nächste Ausbildung stürzte.
Im Zickzack geradewegs ins Ziel
1990 waren alle Hürden genommen; ich hatte meine Heilerlaubnis. Aber kaum waren die Leinen los, merkte ich, daß ich den falschen Dampfer bestiegen hatte. Die Probleme meiner Patienten wurden schnell zu meinen; ich konnte nicht mal im Urlaub abschalten. 1992 gab ich die Praxis wieder auf und sattelte um.
Der erste Schritt

Mit Herlinde Kölbl im Schloß Ludwigsburg.
Um meine Brötchen zu verdienen, heuerte ich beim Burda Verlag an was ich davor schon aushilfsweise getan hatte. Innerhalb von ein paar Jahren schaffte ich es immerhin zum Vertreter des Chefredakteurs eines Jugendmagazins.
Starporträts

Mit Ralf Bauer in St. Peter-Ording. Die Schreiberei brachte es mit sich, daß ich es mit Promis zu tun bekam. Es waren ausgesprochene Highlights darunter. Gerne erinnere ich mich an ein sehr unterhaltsames Interview mit Wolfgang Joop, an den langen Abend mit Ralf Bauer und die vielen Flaschen Wein, die wir geleert haben, oder das Abendessen mit Patrick Lindner und seinem Freund Michael Link.

Mit Michael Link und Patrick Lindner im Bayrischen Hof.
Auch saßen jede Menge Musiker vor meinem Mikrofon: Randy Crawford umarmte mich andauernd, schoß ein Foto von mir und fragte mich aus, anstatt meine Fragen zu beantworten. Enttäuschend langweilig dagegen die Gespräche mit all den Boybands.
Stars und Freunde

Mit Greg auf seinem Grundstück bei Mendocino. Mit dem einen oder anderen Promi hat sich über die geschäftliche Beziehung hinaus eine private aufgebaut, wie z.B. mit dem Photographen Greg Gorman. Im Juni 1999 besuchte ich ihn auf seinem Landsitz in der Nähe von Mendocino, Kalifornien ein Traum von Grundstück! Hier ist auch das Autorenfoto entstanden, das auf dem Rücken meines dritten Romans zu sehen ist.
Heilpraktiker? Journalist? Nein, Autor muß es sein
Egal, womit ich gerade mein Geld verdiente, ob im Krankenhaus, in meiner Praxis oder in einem der vielen Verlage, für die ich im Laufe der Jahre gearbeitet habe (Burda, Condé Nast, Bauer, Gruner&Jahr), auf meinem Schreibtisch stapelten sich die Schmierzettel mit Ideen für Kurzgeschichten und Romanepisoden. Doch wann sollte ich das alles in etwas Lesbares verwandeln? Wenn ich in Rente bin? Das dauerte mir zu lange. Ende 96 schmiß ich den Kram hin und machte mich daran, meinen ersten Roman zu schreiben.
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