Die Welt ohne mich

Familienbild mit Skoda. Der erste Neuwagen unserer Familie, ein hellblauer Skoda Oktavia von 1959, komplett mit meiner Mutter und meinen Geschwistern aber ohne Windschutzscheibe. Damals war ich noch nicht mal im Gespräch.
Ich kam, sah und siegte

Von den Geschwistern bestaunt ... und als ich das Licht der Welt erblickte, ging die Sonne auf ich bin kurz vor Sonnenaufgang geboren.
Eine Kindheit in Rosa

Familienurlaub am Gardasee. Ehrlich gesagt soll man hier sehen, was für ein süßer Knopf ich war.
Die schweren Jahre

Einschulung in die Knabenschule. "Ahnungslos" drücke ich die Schultüte an meine Wange; ich habe noch keine Ahnung, was in den nächsten Jahren auf mich zukommen wird. Der Hang zum Anderssein wurde mir gleich ausgetrieben: meine Linkshändigkeit. Die autoritäre Übermacht hat dazu beigetragen, daß ich, anstatt aufzupassen, lieber munter vor mich hin phantasierte - die Bedeutung von "Hausaufgaben" habe ich bis zum Abitur nicht kapiert. Übrigens: Mein absolutes "Hassfach" war Deutsch.
Die rebellischen Jahre

Der vermutlich erste (schwule) Punk in Niederbayern. Begleiteten mich Smokey und Abba durch die Pubertät, stieg ich bald auf Deep Purple und Led Zeppelin um. Spätestens von den Doors lernte ich, was die Beatles in ihrem Song "Lucy in The Skies with Diamonds" besingen. Dann, Ende der 70er (wir waren gerade von Berlin nach Bayern gezogen), drangen die wogenden Rhythmen des Reggae und der harte, unerbittliche Krach des Punk zu mir durch Klänge, die wie für mich gemacht schienen. Entsprechend meine Kleidung. Immer dabei: Buttons mit tiefsinnigen Sprüchen, Handschellen, Sicherheitsnadeln und eine Injektionsspritze.
Die Lehr- und Wanderjahre

Los Angeles, 1982: Für welches Studium soll man sich entscheiden, wenn man gerne schauspielert, sich für Elektronik und Computer interessiert, die Leistungskurse Chemie und Geschichte belegt hatte und eigentlich nur davon träumt, eine Propellermaschine zu besitzen, die groß genug ist, um mit dem Motorrad um die Welt zu fliegen? Germanistik! Was sonst? Warum ich dafür ausgerechnet nach Saarbrücken zog, wird mir eines Tages ein Psychiater erklären. Gehalten hat es mich dort nicht. Schon im zweiten Semester wechselte ich nach München; nach zwei Jahren machte ich mich auf in die neue Welt.
Neue Welt und neues Leben

Manhattan. Wie man sich unschwer denken kann, lernte ich in New York sehr viel mehr als an der Uni, wenn auch nicht gesellschaftlich Akzeptables. Hier in der Lexington Ave., im Apartment 9c residierte ich während meiner Zeit in den USA das man längst nicht mehr als "Neue Welt" bezeichnen sollte.
Wo ist das Flugzeug?

Über Stock und Stein: Kaum zwanzig Jahre nach meinem Traum von Motorrad und Flugzeug bin ich schon einen Schritt weiter: Ich gurke auf meiner BMW über Land.
Kein Flugzeug, und ich fliege trotzdem


... denn das geht auch mit einem Gleitschirm. So weit oben erfährt man erst, wie hoch 1000 Meter wirklich sind: ziemlich genau so Scheißhoch, das man sich in die Hosen macht (nicht wörtlich gemeint).
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