Über das Freie Aufstellen

Was ist Systemisches Aufstellen?
Beim Systemischen Aufstellen bittet man Menschen, Teile eines "Systems" (Familie, Partnerschaft, Arbeitsumfeld ...) stellzuvertreten, Familienmitglieder, Lebensgefährten, Arbeitskollegen oder Gefühle, Gegenstände, Situationen. Wenn diese Stellvertreter beginnen, miteinander in Kommunikation zu treten oder gar zu interagieren wird die Dynamik deines „Systems“ deutlich, in dem du lebst. So lernst du es nicht nur kennen und verstehen, sondern kannst es vielleicht sogar ändern.

Was ist FREIES Systemisches Aufstellen?
Das Systemische Aufstellen gibt es schon sehr lange. Als bekanntester Aufsteller wird Bert Hellinger gehandelt, der aufgrund seiner Art mit Menschen zu arbeiten sehr umstritten ist. Seine Aufstellungen werden von ihm "geführt". Die Freien Aufstellungen werden von demjenigen selbst geführt, der ein Thema kennenlernen und bearbeiten möchte. Der Unterschied liegt schon einmal in der Haltung: Ich glaube, dass niemand besser weiß, was er für seine Entwicklung notwendig ist, als der jeweilige Mensch selbst. Zudem wird diese Art des Aufstellens auch als "frei" bezeichnet, weil die Impulse der ganzen Gruppe genutzt werden, um das Thema zu verstehen und zu lösen, anstatt nur die Vorstellungen des Leiters, wie Entwicklung stattzufinden hat. Das ermöglicht – wie ich schon oft erlebt habe –, dass die Aufsteller ganz neue Elemente oder Ursachen ihres „Problems“ erfahren, eben weil neue Informationen ausdrücklich zugelassen sind.

Wie funktioniert das überhaupt?
Diese Frage stelle ich mir auch oft. Manche Kollegen bringen den Begriff „morphologisches Feld“ ins Spiel. Klingt sehr wissenschaftlich, aber das begreife ich genauso wenig. In den Aufstellungen, an denen ich bisher teilhatte, hat sich mir gezeigt, DASS es funktioniert, das Wie wird für mich immer weniger wichtig.

Stimmt das, was ich herausfinde?
Auch dazu kann ich wenig sagen. Ich habe in meinen Aufstellungen Erfahrungen gemacht, von denen ich weiß, dass sie sich in der „wirklichen Welt“ tatsächlich auch ereignet haben. Ebenso tauchten Ereignisse auf, die ich nicht einordnen konnte. Dennoch habe ich aus ihnen gelernt, etwas mehr über mich verstanden und jedes Mal gemerkt, dass sich danach etwas in meinem Leben verändert hat. Das ist mir persönlich wichtiger, als zu wissen, ob sich die aufgestellten Situationen tatsächlich so zugetragen haben. Ich persönlich würde aus einer Aufstellung, die die Zukunft vorhersagen soll, keine Schlüsse ziehen.

Wer kann am Freien Aufstellen teilnehmen?
Teilnehmen kann jeder, der psychisch stabil ist. Jeder gesunde Mensch hat die Fähigkeit, Stellvertreter zu sein und Gefühle zu "spiegeln". Das tut nämlich ohnehin jeder im Alltag (in der Regel ohne es wahrzunehmen).

Teilnehmen sollte auch nur derjenige, der bereit ist, für seine Erfahrungen und sein Handeln Verantwortung zu übernehmen. Wer die Verantwortung abgeben möchte, z.B. in die Hände eines Therapeuten, damit der die Probleme für ihn löst, wird sich beim Freien Aufstellen vermutlich nicht aufgehoben fühlen.

Abgesehen davon: Freies Systemisches Aufstellen ersetzt nicht professionelle Hilfe.

Was kann aufgestellt werden?
Klassischerweise stellt man das Familiengefüge auf, dem man entstammt. Natürlich kann man auch die aktuelle, eine vergangene oder zukünftige Liebesbeziehung aufstellen, ebenso wie berufliche Zusammenhänge. Aber nicht nur das, es ist auch möglich, Aspekte aufzustellen, die nur in einem selbst zu finden sind, z.B. die eigene Beziehung zu Angst, zu Liebe, zu einem Ideal-Partner oder zum Ideal-Ich. Interessante Beispiele aus Aufstellungen, an denen ich teilhatte: Chaos auf dem Schreibtisch, Fresssucht, Beziehung zu Alkohol, das, was hinter den Problemen mit dem Partner steckt, Großeltern, die man nie kennen gelernt hat, ein Praxisschild, das von den Blumen des Nachbarn verdeckt wird uvm.

Wie läuft so ein Abend ab?
Man kommt zusammen. Der Aufsteller stellt sein Thema vor – oder verschweigt es, falls er „verdeckt“ aufstellen möchte – und wählt Stellvertreter für die Elemente seiner Aufstellung aus. Sobald die Stellvertreter ihre Rollen eingenommen haben, kann man sie befragen (wie sie sich fühlen, was in ihnen vorgeht, in welcher Beziehung sie zueinander stehen) bzw. sie bitten, sich in Beziehung zueinander zu stellen, das ihnen gut oder zumindest besser geht als vorher. In der Regel tritt nach kurzer Zeit die Dynamik zwischen den Stellvertretern zu Tage, und das System strebt ganz von selbst ein neues Gleichgewicht, eine Lösung oder Heilung an. Es genügt, dem Geschehen mit Vertrauen zu folgen.

Verdeckte Aufstellung?
Nur der Aufsteller weiß, wer welche Rolle einnimmt. Ich mache das ganz gerne mal, weil ich von Natur aus misstrauisch bin und immer wieder befürchte, dass Stellvertreter mir vielleicht etwas vorspielen, wenn sie wissen, worum es geht. Man kann auch nur einzelne Elemente verdeckt lassen, während andere bekannt sind. Diese Möglichkeit eignet sich auch dazu, um mit Hilfe von Testelementen Elemente genauer zu definieren. Testelemente? Ach je, ich gebe zu, es klingt kompliziert. Ist aber ganz einfach. Komm vorbei und finde es selbst heraus!

Was kostet ein Abend?
Bei mir kostet ein Abend (3 Stunden von 19h bis 22h) für Stellvertreter 7 Euro und 12 Euro für jene, die ein Thema aufstellen – Wasser, Obst und Nüsse inklusive.

Die nächsten Termine, bei mir aufzustellen
findest du hier ...



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